auf dem klo hat das schaf seine freiheit
ein außergewöhnlicher ort keramischer wohlfühlerlebnisse unserer heutigen zeit ist wohl die toilette. ich wage zu behaupten, dass sich dort die menschheit in ihren sonst unterschiedlichsten verhaltensweisen einander annähert. beginnen wir mit einer öffentlichen toilette, die sich z.B. in einem kaufhaus befindet. wenn der körper einem unverzeihlich das alarmsignal für ausscheidung mitteilt, während man gerade die neu eingetroffenen burberry pullis bei h&m anprobiert oder im doulgas prügel-prinzessin campbells parfüm aufsprüht, versuchen wir trotzdem mit allen muskulären mitteln sowie gedanklicher ablenkung an die erfolgreiche, weitere shopping tour oder vergangene und zukünftige urlaubsausflüge, dieses zu übertünchen, um in heimatlicher gemütlichkeit sein geschäft zu verrichten. manchmal allerdings treibt einem die stärke dieses warnsignals den kalten angstschweiß auf die stirn. aus völliger ratlosigkeit, die aus der aktuellen situation hervorgeht, schmeißt man erstmal alles angefangene hin und schweift erst einmal bein an bein reibend hektisch durch den laden. verwandelt sich allerdings die angst in panik und der schweiß in schmerz, muss man wohl oder übel seinen gedanken freien lauf lassen und das ansässige wc aufsuchen. der wegweisenden pfennig (heute cent)-frau mit den gelben handschuhen folgend tritt man in eine vollkommen ungewohnte atmosphäre olfaktorischer und visueller unreize. nachdem man die dritte türe einer toilette mit der berühmten zwei-finger technik (wohlhabende menschen nutzen hier gummihandschuhe) öffnete und endlich auf vorhandenes klopapier stößt, tritt man ein und schließt mit anschließender kontrolle des abschlussmechanismus ab. ein tiefer blick in die schüssel lässt auf die richtige wahl des klotor 3 hoffen. mit dem einlagigen, ökologischen klo-schmirgel-papier, welches sich beim abreißen aufgrund keiner vorhandenen abreiß-perforierung in nicht nutzbare, meterlange fäden spaltet, legt man mehrlagig den rand der brille aus. hier muss ich immer sagen: ich scheiß auf die umwelt und nicht für sie, also könnte wenigsten für angenehmen toilettenpapier-komfort gesorgt werden. aber pustekuchen und weiter im geschäft, wird ja auch langsam dringend. vorher ist allerdings die unterscheidung zwischen balkon- und plumpsklo nicht zu vergessen. sollte man sich nicht in balkonien befinden, baut man sich aus weiterem klopapier eine art puffer den mal vorher schonmal als spürtrupp hinein wirft. somit bleiben einem unangenehme wasserspritzer in ungewohnte körperregionen sowie für andere deutlich lokalisierbare geräusche erspart. anschließend vollführt man in gewohnter, aber verkrampfter manier sein geschäft und belustigt sich mit klosprüchen längst vergangener tage. hat man eine ebenfalls praktizierende nachbarschaft kann man, falls möglich, die schuhgröße und preise erraten oder im kopf eine schuh-person zuordnung durchführen. hat der nachbar keinen dieser puffer bei sich eingebaut, kann man auch mal das alter und den gesundheitszustand des nebenans ausspekulieren. nach getaner arbeit kommt man erst gar nicht auf die idee die klobürste zu benutzen und hofft einfach auf ausreichende spülkraft. mit einem ohr an der tür erlauscht man, ob die luft davor rein ist. hierbei sollte man nur das ohr benutzen und nicht die nase. in windeseile verlässt man den fälschlicher weise genannten ort der stille und greift bei plötzlichem eintritt einer weiteren person an den hosenschlitz, um eine vermeintliche pissoir nutzung vorzutäuschen. sollte man keinen zahnarzt termin haben und außerordentlich neugierig sein, wäscht man sich ein wenig länger die hände, um den im bereits kennen gelernten nachbarschuh steckenden körper mit seiner vorstellung zu vergleichen. jubelschreie bei richtigkeit könnten allerdings ihr gegenüber an diesem ort erschrecken und verunsichern. also verlässt man nur schmunzelnd oder tränend den raum und wirft je nach dem ob die spülstärke ausreichend war oder nicht, der klofrau entweder mehr oder weniger münzen hin. einem ausgiebigen einkauf steht nun nichts mehr im wege, es sei denn die parkuhr ist abgelaufen.
ähnlich verhält es sich bei einer toilette beim besuchten freundeskreis. hier sind faktoren wie alt- und neubau entscheidend, da man in einem halbwegs sozialisiertem haushalt einen relativ reinen ort ohne die berühmte hepatitis b-rille vorfinden kann. allerdings können auch hier vorsichtsmaßnahmen wie puffer und auslegung der brille nicht schaden. wird auch hier wie auf öffentlichen toiletten die umwelt über das klopapier gestellt, befinden sie sich im falschen freundeskreis und sollten die flucht durchs toilettenfenster ergreifen. auch ein wichtiger faktor ist die zeit. in angenehmer gesprächsrunde fällt es auf, wenn man längere zeit fehlt und so steht man unter zusätzlichem druck, den man nicht unterschätzen sollte. sollte das klo in einer altbauwohnung direkt neben dem wohnzimmer anschließen, machen einem auch die 1,5 mm dicken papierzimmerwände zu schaffen. unter zeit-, körper- und wändedruck versucht man möglichst leise mit gezieltem einsatz entscheidender muskeln seine aufgabe zu erledigen. wahlweise zum puffer kann man auch den berühmten zwischenspüler anwenden. da passt ganz gut der satz, dass man im entscheidenden moment auch mal los lassen muss. man umgeht unangenehme geräusch- und geruchsituationen. bei der rückkehr in die runde spricht man dann noch von einem zusätzlich zum klogang geführten telefongespräch, um die beanspruchte zeit etwas zu legitimieren. das handy sollte man also zu klogängen unbedingt mitnehmen.
zum abschluss bleibt zu sagen: zu hause ist es am schönsten, aber nach diesen überlegungen doch irgendwie langweilig...
ähnlich verhält es sich bei einer toilette beim besuchten freundeskreis. hier sind faktoren wie alt- und neubau entscheidend, da man in einem halbwegs sozialisiertem haushalt einen relativ reinen ort ohne die berühmte hepatitis b-rille vorfinden kann. allerdings können auch hier vorsichtsmaßnahmen wie puffer und auslegung der brille nicht schaden. wird auch hier wie auf öffentlichen toiletten die umwelt über das klopapier gestellt, befinden sie sich im falschen freundeskreis und sollten die flucht durchs toilettenfenster ergreifen. auch ein wichtiger faktor ist die zeit. in angenehmer gesprächsrunde fällt es auf, wenn man längere zeit fehlt und so steht man unter zusätzlichem druck, den man nicht unterschätzen sollte. sollte das klo in einer altbauwohnung direkt neben dem wohnzimmer anschließen, machen einem auch die 1,5 mm dicken papierzimmerwände zu schaffen. unter zeit-, körper- und wändedruck versucht man möglichst leise mit gezieltem einsatz entscheidender muskeln seine aufgabe zu erledigen. wahlweise zum puffer kann man auch den berühmten zwischenspüler anwenden. da passt ganz gut der satz, dass man im entscheidenden moment auch mal los lassen muss. man umgeht unangenehme geräusch- und geruchsituationen. bei der rückkehr in die runde spricht man dann noch von einem zusätzlich zum klogang geführten telefongespräch, um die beanspruchte zeit etwas zu legitimieren. das handy sollte man also zu klogängen unbedingt mitnehmen.
zum abschluss bleibt zu sagen: zu hause ist es am schönsten, aber nach diesen überlegungen doch irgendwie langweilig...
kritzkrotz - 18. Nov, 14:46
